Tauchen lernen – das große Erlebnis unter Wasser

tauchen lernen

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Herrliche Korallenriffe, Rochen, riesige bunte Fischschwärme, vielleicht sogar ein Hai,  ein verspielter, neugieriger Delfin oder ein versunkenes Schiffswrack: In vielen Urlaubsparadiesen werden die Taucher mit großartigen Erlebnissen unter Wasser gelockt. Doch wenn du das Tauchen lernen möchtest, dann gibt es einige Dinge, die du beachten musst.

Es gab durchaus Zeiten, da wurde ein Taucher bewundert. Er galt als tollkühner Draufgänger und in den 1950er und 1960er Jahren verfolgten die Menschen die Unterwasserabenteuer von Hans Hass und Jacques-Yves Cousteau. Doch wohl kaum einer wagte in dieser Zeit davon zu träumen, dass es ihm einmal möglich sein würde, selbst in die Unterwasserwelt abzutauchen.

Das Tauchen, was einst als Extremsport galt, ist heute weit verbreitet – aber die Gefahr ist geblieben. Denn Tauchen kann tödlich enden! Aus diesem Grund sollte jeder, der Tauchen möchte, das Tauchen von Grund auf lernen. Dabei ist die Auswahl an Anfängerkursen, in denen du das Tauchen lernen kannst, sehr groß.

Welche Voraussetzungen sind notwendig?

Tauchtauglichkeit

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Es gibt einen alten Tauchspruch „Wer seine Flasche nicht tragen kann, der kann auch nicht tauchen!“ Tatsächlich ist es so, dass du, wenn du tauchen lernen möchtest, fit und körperlich belastbar sein solltest. Zudem sollte auch der Druckausgleich funktionieren. Selbst wenn du gesund bist, solltest du dich vorab von einem Arzt auf deine Tauchtauglichkeit untersuchen und dir diese mit einem Attest bescheinigen lassen. Zwar ist es in einigen Ländern ausreichend, eine Selbstauskunft vor dem Tauchen auszufüllen, doch von manchen Tauchbasen oder Safarischiffen wird ein Zertifikat verlangt.

Von der GTÜM wird empfohlen, dass Personen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren sich alle drei Jahre einer Untersuchung unterziehen. Personen, die älter oder jünger sind, sollten sich jedes Jahr durchchecken lassen. Bereits Kinder ab acht Jahren können einen abgespeckten Tauchschein machen.

Solltest du unter schwerwiegenden Lungenerkrankungen wie  Asthma oder unter schweren kardialen Krankheiten leiden, dann musst du aufs Tauchen lernen bzw. komplett aufs Tauchen verzichten. Dagegen ist das Tauchen mit einer körperlichen Behinderung heute möglich.

Wie sieht es mit der Psyche beim tauchen aus?

Wie sieht es mit Klaustrophobie aus? Diese kann leicht überwunden werden und das gilt auch für das Gefühl, keine Luft zu bekommen, da die Tauchmaske die Nase bedeckt. Diese „Symptome“ lösen sich nach ein paar Sekunden in Luft auf.

5 Taucher bei der Prüfung

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Wichtig ist, dass, wenn du tauchen lernen möchtest, du dich im Wasser wohlfühlst. Das bedeutet, wenn du keine Affinität zum Wasser hast, dann solltest du nicht noch versuchen, dich mit einer vollen Ausrüstung unter Wasser zu begeben. Aber das heißt nun nicht, dass du ein Hochleistungsschwimmer sein musst – doch es ist schon hilfreich, wenn du hin und wieder zum Schwimmen gehst, im Meer badest oder im Baggersee.

Menschen besitzen aus der Evolution gewisse angeborene Ängste. Diese solltest du vor dem Tauchkurs kennen und wissen, wie du mit ihnen umgehst. Selbst die Höhenangst solltest du beim Tauchen nicht auf die leichte Schulter nehmen, auch wenn es in diesem Zusammenhang eher lustig klingt. Doch wenn du einmal an eine Kliffkante tauchst und dann der Ozean unter dir auf 100 m versinkt, dann kann das schon Angstgefühle hervorrufen.

Zudem musst du dir bewusst sein, dass du beim Tauchen mit Lebewesen in Kontakt kommst, die unter der Wasseroberfläche ihren Lebensraum haben. So gibt es durchaus Menschen, die Angst vor Fischen haben 😉

Zugegeben, das klingt bis hierhin alles ein wenig abschreckend, aber dennoch ist Tauchen ein tolles Hobby. Nur solltest du dir im Vorfeld eben ein paar Gedanken machen.

Tauchen lernen: Die verschiedenen Tauchsportverbände

Jetzt haben wir viel über die persönlichen Voraussetzungen geschrieben und nun geht es um die Tauchverbände, die sich der Tauchausbildung verschrieben haben. Alle Tauchsportverbände vermitteln den Kursteilnehmern die Verwendung von einer Tauchtabelle um eine Taucherkrankheit zu vermeiden. Wir stellen dir hier einmal die bekanntesten kurz vor:

Die großen, internationalen Tauchsportverbände

PADI / Professional Association of Diving Instructors

PADI ist die größte Ausbildungsorganisation im Tauchsport. Sie stammt ursprünglich aus den USA und hat über die Jahre ein sehr ausgeklügeltes Aus- und Fortbildungssystem entwickelt.

Bei PADI beginnst du deine Taucherkarriere mit dem Open Water Diver (OWD). Dieser Tauchschein berechtigt dich mit einem Divemaster (einem höher qualifizierten Taucher) zu tauchen. Innerhalb und nach dem Tauchkurs werden Tauchgänge bis zu einer Tiefe von 18 Meter durchgeführt. Bei dem PADI OWD Kurs handelt es sich um einen kompakten Kurs, den du bei vielen Tauchbasen buchen kannst. Es werden auch fortgeschrittene Kurse angeboten wie z.B. Nitrox Tauchen

 

SSI / Scuba Schools International

Auch diese Tauchorganisation gehört zu den weltweit größten und sie besteht mittlerweile seit über 40 Jahren.

Deine Taucherkarriere beginnst du auch hier als OWD-Taucher. Leider haben wir keinerlei Angaben gefunden, ob es eine Tiefenbeschränkung gibt oder nicht, aber wir gehen auch hier von 18 Metern aus.

 

CMAS / Confédération Mondiales des Activités SubaquatiquesTauchen-Ausbildung

Der CMAS Tauchverband ist der erste europäische in der Liste und für alle die kein Französisch können: Auf Englisch bedeutet es World Underwater Federation. Gegründet wurde die Organisation 1958 und ist in vielen Feldern des Tauchens tätig. Hier gibt es nicht nur Tauchkurse, sondern auch Wettkampf und Forschung werden großgeschrieben.

So viel wir wissen kannst du im CMAS nicht direkt Tauchen lernen, aber es gibt viele kleinere Tauchsportverbände unter dem Dach der CMAS. Die Verbände, die sich die Standards der CMAS auf die Fahne geschrieben haben, weisen einen hohen Ausbildungsstandard auf.

 

Die deutschen Tauchsportverbände:

VDST / Verband Deutscher Sporttaucher

Der VDST ist der größte deutsche Tauschsportverband und Mitglied bei der CMAS. Der Tauchkurs für Tauchanfänger nennt sich „DTSA-Grundschein“ und steht für deutsches Tauchsport Abzeichen. Dabei handelt es sich um den absoluten Einsteiger Tauchkurs, wenn du Tauchen lernen willst. Wenn du jedoch einigermaßen selbstständig tauchen möchtest, dann bietet sich der DTSA/VDST-CMAS-Taucherkurs an.

 

VDTL / Verband Deutscher Tauchlehrer

Der VDTL ist eher ein kleiner, aber dennoch bekannter Tauchsportverband. Dort beginnst du mit dem Tauchschein, wobei hier genauso wie beim VDST die Taucherfahrung in Sternen ausgedrückt wird.

tauchen lernen im Pool

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Jeder der genannten Tauchsportverbände ist weltweit anerkannt und das heißt, wenn du tauchen lernen möchtest und mit dem neuen Tauchschein dann in den Urlaub fährst, dann kann der Tauchlehrer dort sehen, dass du eine fundierte Ausbildung genossen hast, und wird dich zum Tauchen mitnehmen.

Welchen Verband du auswählst, das hängt von dir ab. Sicherlich wirst du auf PADI und SSI im Urlaub treffen. Beide Organisationen sind im Ausland stark vertreten und gelten in vielen Tauchbasen als Ausbildungsstandard Nr. 1.

Solltest du in Deutschland tauchen lernen, dann kann es von Vorteil sein, einen Tauchlehrer von VDST oder VDTL zu haben, doch auch im Ausland triffst du auf die deutschen Verbände.

 

Tauchen lernen – wo sollte ein Tauchkurs belegt werden?

Wenn du tauchen lernen möchtest, dann stehen dir mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, die du berücksichtigen solltest. Zum einen musst du dir die Frage beantworten, wo du tauchen lernen möchtest und zum anderen in, welchem Verband du den Tauchkurs belegen möchtest.

Tauchen – im Urlaub oder zuhause?

Taucher hat keine Luft

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Viele beschäftigen sich mit dem Thema „tauchen lernen“ wenn es in den Urlaub geht, und dort die Möglichkeit besteht zu tauchen. Sobald es die Möglichkeit gibt, abzutauchen, dann ist die nächste Tauchschule bzw. Tauchbasis nicht weit. In dem Fall ist es naheliegend, den Tauchkurs im Urlaub zu belegen und dann dort auch direkt tauchen zu können, wo der Tauchkurs absolviert wird oder nicht?

Aber es gibt auch die Möglichkeit, in Deutschland einen Tauchkurs zu belegen und das in einem Tauchshop oder einem Tauchverein, um dort das Tauchen zu lernen. Doch dafür musst du dann in heimische Seen springen und das gehört für viele sicherlich nicht zu den angenehmsten Vorstellungen.

 

Die Vorteile: Im Urlaub tauchen lernenDie Nachteile: Im Urlaub tauchen lernen
  • Das Wasser im Urlaub am Meer ist wärmer und die Sichtweite ist höher als in Deutschland
  • Es gibt bei den typischen Tauchdestinationen wie den Thailand, Mexiko oder Ägypten große Tauchbasen. Diese sind durch die große Flut an Anfängern besser in Bezug auf die Ausbildung eingestellt.
  • Der Tauchkurs dauert zumeist nur 3 bis 4 Tage. In dieser Zeit denkst du von morgens bis abends nur ans Tauchen
  • Du musst 3 bis 4 Tage von deinem kostbaren Urlaub nutzen, um tauchen zu lernen, und bist von morgens bis abends damit beschäftigt. Diese Kurse umfassen einen Grundstock an Theorie und 4 bis 6 Tauchgänge, je nach Verband. Zudem kommen noch Übungen im Pool dazu
  • die Tauchbasen müssen wirtschaftlich rechnen. Das heißt, du hast ein straffes und vorgegebenes Ausbildungsprogramm
  • Die Kurse werden in Gruppen ausgeführt. In jeder Gruppe sind bis zu 4 Tauchschüler. Daher kann sich der Tauchlehrer nicht zu 100 % auf jeden konzentrieren.
 
Die Ausbildung zuhause steht ganz im Gegensatz zu der Tauchausbildung im Urlaub. So kannst du entweder in einem Tauchshop oder einem Tauchverein das Tauchen lernen bzw. bei einer Tauchbasis.

Die Vorteile: Zuhause tauchen lernenDie Nachteile: Beim Tauchen lernen zuhause
  • Lernst du in einem Tauchverein das Tauchen, dann findet das zumeist ehrenamtlich statt. Die Tauchlehrer sehen das als ihr Hobby an und die Ausbildung ist zudem umfassender, da hier nicht der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund steht.
  • Es wird der Umgang mit einer umfangreichen Ausrüstung beim Tauchen lernen in heimischen Gewässern gelernt: Tauchcomputer,  dickere Neoprenanzüge (wg. kalten Wassertemperaturen), Handschuhe, Kopfhaube etc.
  • „Wer in heimischen Gewässern tauchen lernt, der kann überall tauchen“ – zwar ein wenig großspurig, aber im Kern passt der Satz, denn da tauchen in heimischen Gewässern ist anspruchsvoller.
  • Du hast den Tauchschein in der Tasche und kannst direkt im Urlaub zur nächsten Tauchbasis und tauchen gehen. Es entfällt die Ausbildung und du hast mehr Zeit für Spaßtauchgänge.
  • Die Tauchlehrer im Verein verfügen zumeist nicht über die Routine, über die die auf einer Tauchbasis verfügen, wo jede Woche ein neuer Tauchkurs beginnt.
  • Unter Umständen musst du dich auf geringe Sichtweiten im See einstellen. Das ist nicht immer einfach und auch die zusätzliche Tauchausrüstung ist zunächst sehr ungewohnt.
 

Tauchen lernen – Tipps auf deinem Weg zum Taucher

Wir haben dir nun ein paar Punkte vorgegeben, über die du dir im Vorfeld eines Tauchkurses Gedanken machen solltest. Aber du musst dir keinesfalls den Kopf darüber zerbrechen, wenn du tauchen lernen möchtest.tauchen in Ägypten

Auf jeden Fall ist es eine gute Sache, wenn du im Vorfeld einmal zu einem Schnuppertauchen gehst. Dieses wird von vielen Tauchvereinen sowie Tauchshops und -basen angeboten. Dort erhältst du eine kleine Einführung in die Praxis und Theorie. Dir wird die Ausrüstung erklärt und du darfst sogar unter kontrollierten Bedingungen – zumeist in einem Pool – zum ersten Mal deinen Kopf unter Wasser stecken und aus einem Atemregler atmen.

Damit bietet sich dir die Möglichkeit, herauszufinden, ob da Tauchen tatsächlich etwas für dich ist oder nicht. Dabei solltest du ehrlich zu dir sein. Denn wenn du dich unwohl fühlst, dann solltest du darüber sprechen – entweder mit deinem Partner oder dem Tauchlehrer, der das Schnuppertauchen betreut. Denn so könnt ihr wertvolle Tipps erhalten und selbstverständlich beruht das Tauchen lernen auf einer gewissen Basis von Sympathie und Vertrauen.

Wie auch immer du tauchen lernen möchtest, tauchen ist ein toller Sport und diesen können wir einfach nur ans Herz legen. Und vor allem sind die Möglichkeiten zu „schnuppern“ vielfältig.


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